Car in Traiskirchen

Arg ersatzgeschwächte Panthers zwingen auswärts die Herzöge in die Knie

Am Sonntag nach Ostern stand für unsere Panthers ein Auswärtsspiel auf dem Spielplan. Die Reise unserer Truppe führte nach Niederösterreich, genauer gesagt nach Klosterneuburg. Unser Gegner im dortigen Dukes Castle im Happyland waren die Dukes. Aufgrund einiger Ausfälle waren wir gegen Fabricio Vay, Predrag Miletic, Christoph Greimeister & Co. beileibe nicht in der Favoritenrolle. Aber unsere Panthers bäumten sich auf wie es eigentlich nicht zu erwarten war und konnten nach einer äußerst spannenden Begegnung sensationell mit einem 73:70-Auswärtssieg von dannen ziehen und die Heimreise antreten.

Zu Beginn dieser Partie in der Stiftsstadt geben unser Head Coach Goran Patekar und sein Assistant Coach Adnan Bajramovic JAKOB ERNST, LUKA GASPAR, Kapitän MARKO CAR, HANNES OCHSENHOFER und WESLEY GORDON sein Vertrauen, auf der Bank sind nur Stefan Neudecker, Paul Radakovics und Malik Beganovic, die Gebrüder Roland Reinelt und Klaus Reinelt müssen leider krankheitsbedingt passen. Auf Seiten der Gastgeber setzen Head Coach Ante Perica und sein Assistant Coach, der Ex-Panther Damir Zeleznik, auf Predrag Miletic, Lennart Burgemeister, Fabricio David Vay, Edin Bavcic und Valentin Bauer.

Der Start in diese Begegnung am frühen Sonntagabend ist nicht das Gelbe vom Ei. Beiden Mannschaften ist die Bedeutung dieses Spiels ins Gesicht geschrieben. Die Niederösterreicher sind ja noch nicht fix im Play Off, wir hingegen haben noch die Chance, die Relegation abzuwenden. Dementsprechend dauert es ziemlich lange, bis der Ball das erste Mal im Korb landet. Edin Bavcic ist per Lay-up dafür verantwortlich, also führen die Hausherren nun mit 2:0. Quasi im Gegenzug wird unser Jakob Ernst gefoult, da das im Wurf passiert, darf er für 2 Freiwürfe an die Linie. Da er bei beiden mit Erfolg gekrönt ist, ist der Ausgleich geschafft. Predrag Miletic bringt jetzt sein Team per Lay-up mit 4:2 in Front, Jakob Ernst ist nun aber aus der Distanz zur Stelle und bringt uns knapp mit 5:4 in Führung. In weiterer Folge entwickelt sich ein offener Schlagabtausch, beide Teams sind nun im Spiel angekommen, zumindest offensiv. Die Führung wechselt vorerst ständig, ehe unsere Panthers diese wieder übernehmen und sogar ausbauen können. 2 Minuten vor Ende dieses Startviertels, in dem auf unserer Seite auch Paul Radakovics und Stefan Neudecker zum Einsatz kommen, kommen die Herzöge bis auf einen Punkt an uns heran. Aber statt die Nerven zu verlieren, bleiben wir ganz ruhig und ziehen auf 21:16 davon. Mit diesem Stand geht es denn auch in die erste Viertelpause, da kommt Freude auf, so kann es ruhig weitergehen.

Das 2. Viertel beginnt mit einer sehr spektakulären Aktion. Timur Bas möchte per Lay-up den Rückstand seines Teams auf unseres um 2 Punkte verringern, wird daran aber von Wesley Gordon per Block daran gehindert. Das ist wie ein Weckruf, denn Hannes Ochsenhofer netzt nun von außen ein, 3 Punkte mehr sind jetzt auf unserem Konto. Auch der nächste Korb dieses Spiels ist eine Sache für uns, Paul Radakovics ist jetzt erfolgreich, wie viele vor ihm per Lay-up. Als uns dann noch Wesley Gordon einen zweistelligen Vorsprung beschert, wir 28:18 vorne liegen, ist unsere Freude riesengroß, mit so etwas hat man gegen die eigentlich übermächtigen Dukes nicht rechnen können. Aber leider geht uns im Laufe dieses Spielabschnitts ein wenig die Puste aus. In der Defense sind wir nicht mehr so aufmerksam, in der Offense geht auch nicht mehr jeder Ball in den Korb. Das ist aufgrund unserer dünnen Personaldecke ja auch kein Wunder. Die Herzöge jedenfalls, die nutzen unsere momentane Schwäche aus, können sich wieder fassen, holen Punkt um Punkt auf, was sich dadurch widerspiegelt, daß sie uns vor dem Halbzeitgong fast die Führung entreißen. So weit kommt es dann doch nicht, mit einer sehr knappen 29:28-Halbzeitführung dürfen wir uns auf den Weg in die Kabine machen, wo wie auch in der der Klosterstädter der jeweilige Trainer das Sagen hat. Danach heißt es, gut in die zweite Halbzeit starten, um nicht doch noch den Kürzeren zu ziehen.

Und der Start in die zweite Halbzeit, in das 3. Viertel, der gelingt uns ganz gut. Paul Radakovics bringt sich jenseits der Dreipunktelinie optimal in Position, wirft den Ball Richtung Korb, und gottseidank landet das Runde im Runden, und das bringt uns 3 weitere Zähler. Fabricio Vay läßt das aber nicht auf sich sitzen, auch er nimmt nun von außen Maß und auch er ist erfolgreich. So packend geht es nun auch weiter, in diesem vorletzten Viertel. Beide Mannschaften hauen sich mächtig ins Zeug, schenken sich nichts, die Spannung steigt ins Unermeßliche, keiner im Publikum und auf den Spielerbänken kann mehr ruhig sitzenbleiben. Absetzen vom anderen Team, das schafft im Moment keine Fünf. Kaum ist der Ball im einen Korb, versucht die andere das gleichzutun. Beide Equipen wollen diesen Sieg, dafür tun sie alles, dementsprechend ist der Abstand zueinander eher klein. Gegen Ende dieser Spielperiode spitzt sich die Lage immer weiter zu, jeder einzelne Punkt ist wertvoll. Dies zeigt sich dadurch, daß eine Mannschaft mit einer 51:50-Führung in die letzte Viertelpause geht, und das sind leider die Klosterneuburg Dukes. Es bleibt spannend, immens spannend sogar.

Der Start in den letzten Spielabschnitt verläuft äußerst zäh. Beide Teams scheinen sehr nervös zu sein, niemand kann scoren, etwas mehr als eine Minute vergeht bis zum ersten Korb. Jakob Ernst sorgt mit einem sehenswerten Sprungwurf für diesen, sogar die neuerliche Führung kann er uns bescheren. Die Gastgeber können weiterhin nichts Zählbares in dieses finale Viertel einbringen, dafür darf Jakob Ernst nach einem Foul an ihn an die Linie. Er bleibt cool wie ein Tiefkühlschrank, netzt beide ein, und schon liegen wir mit 54:51 voran. Fabricio Vay und Lennart Burgemeister können mit 5 Punkten am Stück den Spieß umdrehen, aber Hannes Ochsenhofer packt nun seine Spezialität namens Dreier aus und wir liegen wieder voran. In dieser Tonart geht es denn auch weiter. Kaum liegt eine Mannschaft voran, kämpft sich die andere sofort heran. Aber plötzlich bekommen unsere Burschen die Oberhand, Marko Car und Hannes Ochsenhofer bringen uns mit 2 herausragenden Dreipunktern am Stück mit 6 Punkten voran, gute 3 Minuten sind nun noch zu spielen. Nachsetzen können wir leider nicht, die Donaustädter wiederum geben sich nicht geschlagen und werfen sich einen Punkt an uns heran, 69:68 liegen wir im Moment voran. Hannes Ochsenhofer behält die Nerven, positioniert sich zum wiederholten Male außerhalb des großen Wurfkreises und schon liegen wir mit 4 Punkten voran. Nun wollen es die beiden Routiniers auf Seiten der Ante-Perica-Fünf hinbiegen, doch sowohl Predrag Miletic als auch Fabricio Vay können den Ball nicht im Korb unterbringen, das ist auch nicht alltäglich. Predrag Miletic macht es anschließend aber doch besser, per sicherem Lay-up bringt er sein Team auf 70:72 heran. Im Gegenzug wird Luka Gaspar gefoult, 2 Freiwürfe werden nun fällig. Den ersten verwandelt er souverän, doch den zweiten versemmelt er leider. 22 Sekunden sind noch zu spielen, die Hausherren haben den Ball, Lennart Burgemeister probiert es von außen, scheitert aber, erkämpft sich den Ball, kommt wieder von außen zum Wurf, der 3 Punkte und damit gleichzeitig den Ausgleich und die Verlängerung bringen könnte. Der Ball aber, der landet nicht im Korb, das Spiel ist aus, es dauert einige Sekunden, bis wir das Unglaubliche begreifen, nämlich das wir bei den Klosterneuburg Dukes einen Sieg, einen 73:70-Auswärtssieg gelandet haben. Unser Jubel ist groß, so läßt sich leicht nach Hause fahren, so ein Sieg ist einfach großartig, wir können es ja doch!

Was war das für eine heroische kämpferische Leistung unserer Jungs da in Klosterneuburg! Unser letzter Rest vom Schützenfest hat sich in diese Partie hineingekniet, alles gegeben was er hat und noch viel mehr und hat sich dafür belohnt. Das ist aller Ehren wert und läßt für die Zukunft mehr als nur hoffen. Die Relegation wird vielleicht nicht mehr abzuwenden sein, aber die sollte für unser Team kein so großes Problem sein.

In dieser Woche steht eine Doppelrunde auf dem Spielplan, nicht aber für unsere Panthers. Die haben nur ein Spiel zu bestreiten, und das steigt in unserer Stadthalle. Am Donnerstag emfangen wir ebendort den BC Vienna, und zwar um 19:30 vor hoffentlich vollen Publikumsrängen.

Zum Abschluß gibt es auch diesmal wieder den Link zum Spiel:

https://tinyurl.com/ybjtjj5t

Klaus Vollstuber