Car klein gegen Kapf

Passionierte Panthers verpassen denkbar unglücklich den Einzug ins Cup-Finale

Am Samstagabend stand für unsere Panthers im Rahmen des Cup-Final-Fours in Gmunden das Halbfinale auf dem Programm. Gegner war nicht irgendwer, sondern gleich unser größte Lokalrivale, nämlich die Bulls aus Kapfenberg. Ohne Christopher Reyes, den wir aufgrund gewisser Lizenzverstöße von der Liste streichen mußten und auch nicht durch einen anderen Legionär ersetzen dürfen, mußten wir leider mit 73:83 die Segel streichen. Und das, obwohl wir voller Kampfgeist, Herz und Leidenschaft ans Werke gegangen sind und von der Handvoll Fürstenfelder, den wenigen Welser und den vielen Gmundner Fans hervorragend und lautstark unterstützt wurden.

Zu Beginn dieses Highlight-Games schenkt unser Trainerteam, bestehend aus Head Coach GORAN PATEKAR und Assistant Coach ADNAN BAJRAMOVIC, Jakob Ernst, Luka Gaspar, Kapitän Marko Car, Hannes Ochsenhofer und Wesley Gordon sein Vertrauen. Auf Seiten der Hochsteirer schicken Head Coach MIKE COFFIN und Assistant Coach TATIANA GALLOVA Kareem Jamar, Bogic Vujosevic, Filip Krämer, Jozo Rados und Tobias Schrittwieser ins Rennen.

Der Start in dieses Cup-Semifinal-Derby verläuft mehr oder weniger durchwachsen, und das für beide Teams. In der Defence gelingt vorerst alles, in der Offence nichts. 50 Sekunden nach Beginn ändert sich das gottseidank, wo noch dazu Jakob Ernst per Layup zum 2:0 einnetzen kann. Jetzt läuft es aber auch bei den Obersteirern, die gleich einmal im Mehrpack scoren können und dadurch eine 6:2-Führung schaffen. Hannes Ochsenhofer läßt das aber nicht auf sich sitzen, spielt jetzt all seine Routine aus und netzt von außen zum 5:6 ein. Wesley Gordon läßt sich dadurch anstecken und bringt uns mit 3 Punkten am Stück mit 8:6 in Front. Filip Krämer wiederum läutet einen erneuten Run seiner Mannschaft ein, der in einer 13:8-Führung mündet. Unsere Panthers stemmen sich jetzt aber heftigst gegen den Böhlerstadter Wall, holen Punkt um Punkt auf und können in der 8. Minute mit 14:13 in Führung gehen. Doch in den nächsten Momenten können die Mürztaler die Partie an sich reißen und liegen wenige Sekunden vor Ende des Startviertels, in dem auf unserer Seite Paul Radakovics zum Einsatz kommt, mit 21:16 voran. Doch dank eines Kracherdunks von Wesley Gordon können wir mit einem christlichen 18:21-Rückstand die erste Viertelpause begehen. So kann es ruhig weitergehen.

Der Start in das 2. Spielviertel verläuft für unsere Lieblingsorangen äußerst vielversprechend. Luka Gaspar, Bruder der Basketball-Legende Tomislav Gaspar, stellt erneut sein Riesentalent unter Beweis. Der Südburgenländer springt in der Ferne in die Höhe, wirft den Ball Richtung Korb und dieser landet für 3 Punkte in diesem. Unser Jubel darüber ist gar nicht verstummt, da ist es schon mit dem Glück vorbei, denn es klingelt. Nun ist auf Seiten der Montanstädter Jozo Rados, wahrer Krieger des Basketballherrn, zur Stelle und bringt sich und seine Kollegen mit 23:21 in Front. Auf unserer Seite zeigt jetzt Paul Radakovics, daß auch er es noch immer kann und ist aus der Ferne zur Stelle. In dieser Tonart geht es dann auch weiter. Es entwickelt sich ein wahrer Schlagabtausch, kein Team kann sich vom anderen absetzen, die Zuschauer sind hin- und hergerissen. In Anbetracht der Dinge, die in den vergangenen Tagen auf uns geschwappt sind, ist es doch ein kleines Wunder, daß wir dem hochhaushohen Favoriten, der nicht nur geographisch gesehen über alle anderen steirischen Basketballvereine thront, derart Paroli bieten können. So geht die zweite Spielperiode, in der auf unserer Seite Stefan „Johnny Weissmüller“ Neudecker zum Einsatz kommt, bei einem Spielstand von 41:44 zu Ende. Das läßt uns weiterhoffen auf das Finale, aber jetzt geht es vorerst einmal in die Kabinen, wo die Trainer das Sagen haben.

Das 3. Viertel in der Volksbank Arena zu Gmunden am Traunsee beginnt mit einem Korb für die – Steiermark. Das ist klar, treffen an diesem endmärzlichen Samstagabend in Oberösterreich doch 2 steirische Klubs aufeinander. Übeltäter, wie man in diesem Fall doch sagen muß, ist Jozo Rados. Der bullige Bulle aus Mistelbach, einer ehemaligen Basketballhochburg, netzt per Sprungwurf zum 46:41 ein. Marko Car sorgt anschließend dafür, daß auch wir in diesem vorletzten Spielabschnitt zu einem Score kommen, auch wenn es nur 1 Punkt aus 1 Freiwurf ist. Nach einem abermaligen Treffer vom Bullen aus Mistelbach packt auf unserer Seite Hannes Ochsenhofer einen Dreier aus, der das 45:48 aus unserer Sicht bedeutet. Jetzt macht sich bei unseren Akteuren denn doch die Müdigkeit sowohl im Kopf als auch in Armen und Beinen bemerken, was das Spiel zu Gunsten der gegnerischen Mannschaft kippen läßt. Mit voller Besetzung ist eben leichter Basketall spielen, so setzt sich die Coffin-Fünf ab, was in einem 45:53-Rückstand resultiert. Wesey Gordon kann diesem bulligen Treiben kurz Einhalt gebieten, nachdem er einen von 2 Freiwürfen erfolgreich im Korb unterbringen konnte, geht es schon wieder weiter mit der wilden Hatz des Teams  aus der Franz-Fekete-Stadt. 3 Minuten vor Ende dieses Spielabschnitts beträgt der Abstand zwischen beider Equipen 13 Punkte, leider zu unseren Ungunsten. Gottseidank können wir in den letzten Momenten dieses 3. Viertels noch ein wenig an Boden gutmachen und mit einem noch Hoffnung gebenden 55:63 in die letzte Viertelpause gehen. Es bleibt spannend.

Aus oranger Sicht ist der Start ins letzte Viertel eine wahre Explosion. Wie aus der Pistole geschossen laufen wir über das Parkett, hinten dichtmachend und vorne punktemachend. So schmilzt unser Rückstand auf die Stiere dahin wie der Schnee im August, keine 2 Minuten nach Wiederbeginn liegen wir nur mehr 2 Punkte zurück, nämlich 61:63. Marck Coffin unterbricht unseren Lauf nicht nur, er startet einen neuen, einen neuen seines Teams. Die Hochobersteirer legen wieder einen Gang zu, halten unsere Mannen in Schach und setzen sich abermals ab. Das sieht für uns nicht gut aus, wenn es so weitergeht, dann können wir uns das Finale zu Hause im Wohnzimmer vor den TV-Geräten anschauen, was keiner von uns will. Gute 5 Minuten vor Ultimo liegen wir 8 Punkte zurück, ein Rückstand, den man im Rest der Zeit durchaus aufholen kann, aufgrund unserer Vorgeschichte und der geringen Menge an Spielern, die wir zur Verfügung haben, zu groß sein kann. Unser letzter Rest vom Schützenfest haut noch einmal alles auf die Waagschale, kann sogar ein paar Punkte aufholen, mehr aber auch nicht. Die Sekunden verrinnen, die Zeit wird immer knapper, der Rückstand aber leider nicht, trotz der Hilfe von Roland Reinelt. So kommt es, wie es kommen muß, ins Finale schaffen es die Kapfenberg Bulls, wir aber sind ausgeschieden und müssen mit einer 73:83-Niederlage von dannen ziehen, wenn auch erhobenen Hauptes.

Wenn man aus einem Bewerb wie dem Cup ausscheidet, dann ist man danach enttäuscht und verärgert, zumindest ein wenig. Enttäuscht waren wir auch, aber bei uns vom Betreuerteam und den anderen anwesenden orangen Funktionären kam auch Stolz auf unser Team auf, sehr viel Stolz. Wir waren und sind stolz auf jeden einzelnen Spieler, der bei diesem heroischen Fight das Panthers-Dress getragen hat, egal ob er eingesetzt wurde oder nicht. Malik Beganovic, Jakob Ernst, Luka Gaspar, Marko Car, Stefan Neudecker, Paul Radakovics, Hannes Ochsenhofer, Roland Reinelt, Wesley Gordon, Klaus Reinelt – Hut ab vor euch!

Ein herzliches Dankeschön gebührt der Familie Magerl und deren Team, in deren ausgezeichneten Hotel wir residieren, ein vorzügliches Frühstück genießen und viel Gastfreundlichkeit erfahren durften; dem OK-Team der Gmunden Swans, angeführt von Richard Poiger und Harald Stelzer, das uns die besten Bedingungen für Training und Spiel geboten hat; der Besatzung des Sportbüffets Wildschütz, wo wir ein delikates Mittag- und Abendessen zu uns nehmen durften; den in Gmunden anwesenden Herbert und Uschi Holzer, Karin Zotter, Sarah Koglmann, Katharina Car, Karl Deutsch, Karl Sommer, Erich Feiertag, Goran Patekar und Kurt Panner und meine Wenigkeit  für jegliche Hilfe und  Unterstützung in welcher Form auch immer; dem großen Teil des Publikums, das uns unterstützt hat; und auch denen, die nicht in Gmunden waren und deren aller Namen aufzuzählen den Rahmen mehr als sprengen würde.

Wir Fürstenfeld Panthers gratulieren den ece Kapfenberg Bulls, darunter auch Ex-Panther Milan Stegnjaic, recht herzlich zum Cupsieg und freuen uns schon auf kommenden Freitag, wo es in unserer Stadthalle ein Wiedersehen gibt.

Wahre Panthers-Fans verbringen Ostern heuer in der Stadthalle, empfangen wir doch am Karfreitag um 19:30 die Bulls aus Kapfenberg und am Ostermontag um 18:00 den UBSC aus Graz, natürlich in St. Stadthalle.

Zum Abschluß gibt es auch dieses Mal den Link zum Spiel:

https://tinyurl.com/yccgud5v

Klaus Vollstuber

Topscorer Panthers: Car 23, Gordon 18 (13 Reb.), Ochsenhofer 14, Ernst 8, Radakovics 5, Gaspar 3, Reinelt 2