Jandl in OW

Sensationssieg in Oberwart

Panthers gewinnen in Oberwart mit Kampfgeist, Herz und Leidenschaft
Am Donnerstag kam endlich jenes Derby in Oberwart zur Austragung,, welches am 06. Jänner aufgrund der Europacup-Tätigkeit der Gunners verschoben wurde. Trotz der Favoritenrolle, die die Hausherren aufgrund ihrer sehr leidenschaftlichen Fans, ihrer über 10 Siege anhaltende Erfolgsserie und der damit verbundenen Tabellenführung innehatten, gaben unsere Burschen nicht klein bei. Vielmehr verbissen sie sich in diese Partie und holten GEMEINSAM einen doch sehr überraschenden 87:84-Sieg.
Vor Spielbeginn hatte es unser Head Coach Pit Stahl nicht gerade leicht, mußten doch Kapitän Christoph Astl aufgrund einer Erkrankung und Jakob Ernst aufgrund einer Operation vorgegeben werden. Somit mußte Pit Stahl auch seine gewohnte Starting Five umbauen und schickte daher Marko Car, der Christoph Astl als Kapitän vertritt, Hannes Ochsenhofer, David Jandl, der somit ausgerechnet in seiner Heimatstadt Obwerwart sein Starting-Five-Debüt feiert, Marino Sarlija und Simeon Iliev aufs Parkett der Sporthalle Oberwart. Auf Seiten der Hausherren versuchen es Head Coach Chris Chougaz und sein Assistant Coach Goran Patekar mit Derek Jackson jr., Sebastian Käferle, Christopher McNealy, Jamari Traylor und Benjamin Blazevic.
Der erste Angriff dieses Abends ist eine Sache der Hausherren, die können aber kein Kapital daraus schlagen. Auch unsere Burschen können vorerst nicht punkten, obwohl es dafür einige Möglichkeiten gibt. Marino Sarlija ist es dann, der nach knapp einer Minute endlich das Runde im Runden, also den Ball im Korb, unterbringen kann und damit für 2 orange Punke sorgt. Im Gegenzug darf der Gunner Jamari Traylor nach einem Foul für 2 Freiwürfe an die Linie. Er kann aber nur einen erfolgreich verwerten, also steht es danach 1:2 aus Sicht seines Teams. Nach einem mißglückten Angriff unsererseits versucht es der ehemalige Löwe Sebastian Käferle von außen und trifft prompt zum 4:2 für die Chris-Chougaz-Fünf. Marino Sarlija kann aber gottseidank sogleich mit einem krachenden Dunk ausgleichen und setzt damit den Startschuß zu einem kleinen Lauf unserer Truppe. Dieser resultiert zur zwischenzeitlich 9:4-Führung unserer Mannschaft, die die Oberwarter fast prompt egalisieren können. Es ist ein intensives Spiel, dieses ewige Ostderby, es regnet Punkte, daß es für die zahlreich erschienen Fans auf ihre Kosten kommen. Ständig wechselt die Führung, keine Fünf kann sich absetzen, das gegnerische Team hängt wie eine Klette dran. Das Startviertel, in dem auf unserer Seite auch Paul Radakovics und  Stefan Neudecker zum Einsatz kommen, endet daher logischerweise mit einer knappen 26:24-Führung, die die Südburgenländer innehaben. Es bleibt spannend.
Zu Beginn des 2. Spielabschnitts ist Stefan Neudecker sehr wach, er sorgt per Lay-up für unseren Ausgleich. Aber auch Andell Cumberbatch auf Seiten der Gastgeber schläft nicht, er sorgt mit 3 Punkten am Stück für die 29:26-Führung, Cedric Kuakumensah baut diese gleich auf 31:26 aus, das ist schon ein kleiner Schock für uns. Simeon Iliev kann jetzt cool bleiben, er probiert es von außen, ist damit erfolgreich und wir nur mehr 29:31 im Nachteil. Die Kanoniere lassen sich davon aber nicht sonderlich beeindrucken, sie sind jetzt on fire und so ziehen sie innerhalb kurzer Zeit auf 37:29 davon. Unseren Akteuren schwinden nun ein wenig die Kräfte, was kein Wunder ist, fehlen ja 2 wichtige ihrer Kollegen in der Rotation. In weiterer Folge gelingt es uns wenigstens, den Rückstand in Grenzen zu halten, wir bieten dafür alles auf, was wir haben. Mit einem 46:40 zu Gunsten der Gunners endet das zweite Viertel, in dem auch Luka Gaspar und Ibrahim Alisic ins Geschehen eingreifen, die Halbzeitpause mit den Kabinenpredigten kann beginnen.
Die zweite Halbzeit beginnt ziemlich schleppend, beide Teams produzieren zwar mehrere Angriffsmöglichkeiten, nutzen können sie aber keine. Für die Kanoniere ist das kein großes Problem, sie führen ja mit 6 Punkten. Aber für uns bedeutet jeder mißlungene Wurf, daß unsere Chancen hier an diesem Abend einen Derbysieg zu erringen, immer kleiner werden. Und dann machen auch noch die Messestädter den ersten Korb im 3. Viertel und führen mit 48:40. Nun ist aber gottseidank David Jandl, der immer mehr an seine alte Rolle von seinem ersten Gastspiel bei uns anknüpfen kann, zur Stelle und netzt einen Dreier der Extraklasse ein. Jetzt keimt wieder ein wenig Hoffnung bei uns auf, doch Christopher McNealy dämpft diese, auch er verwertet einen Wurf aus der Ferne. In dieser Tonart geht es jetzt eine Weile weiter, aber schön langsam kommen wir den Gastgbern immer näher. 3 Minuten vor Ende des vorletzten Spielabschnitts ist es dann endlich soweit, wir können die Führung erstmals nach langer Zeit wieder übernehmen. 61:60 sind wir nach einem Lay-up von Paul Radakovics vorn, Marino Sarlija kann diese auf 63:60 ausbauen. In die letzte Viertelpause gehen wir mit einem 66:66, da Andell Cumberbatch kurz vor der Sirene den Ball noch im Korb unterbringt.
Das letzte Viertel beginnt für unser Team nicht gerade optimal. Jamari Traylor und wieder einmal Andell Cumberbatch bringen die Kanoniere mit 4 Punkten am Stück in eine gute Position für die restliche zu absolvierende Spielzeit. Aber wir brauchen jetzt auch wieder nicht zu verzagen, wir haben ja einen Marko Car und der streut genau jetzt, wo wir es am meisten brauchen, einen sehr wichtigen Dreier ein. Doch leider ist das doch nur ein Strohfeuer, zumindest vorerst. Die Fünf von Chris Chougaz läßt sich nämlich dadurch nicht aus der Fassung bringen und bauen ihre Führung wieder einmal um einige Punkte aus, diesmal auf 76:69. Dies ist für unsere Burschen kein Grund, Trübsal zu blasen, nein, wir blasen nun zu einer Aufholjagd. Zur Mitte der letzten 10 Minuten wird die Führung getauscht, wir sind nun mit 77:76 im Vorteil. Marko Car ist nun voll im Saft, er netzt abermals einen Distanzwurf ein und wir führen mit 80:76. Dem nicht genug, nach einer nicht erfolgreichen Offence der Hausherren macht unser Kroate jetzt unter dem Korb, wir führen jetzt daher mit 6 Punkten Unterschied. Es schaut jetzt, gute 3 Minuten vor Ende der Partie, sehr gut mit einem Sieg für uns aus, aber da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Angetrieben von ihren Fans, machen die Gunners die nächsten 8 Punkte, unsere Mannen wirken ein wenig desperat. Einer trägt nicht einmal eine Minute vor Schluß diese Eigenschaft nicht, und das ist David Jandl, der gerade jetzt aus der Distanz wirft, trifft und uns mit 85:84 in Führung bringt. Das ist zuviel für die Südburgenländer, sie erzielen keinen Korb mehr, wir aber in Form von 2 Freiwürfen von Marko Car noch 2. Und diese beiden bedeuten den 87:84-Endstand aus unserer Sicht, wir haben die Sensation tatsächlich geschafft.
Was war das für eine Sensation, was war das für ein Derbysieg! Ohne 2 Spieler schaffen wir es trotzdem, diesen Coup zu landen, durch Kampfgeist, Herz und Leidenschaft, mit unseren Fans im Rücken! So kann es ruhig weitergehen.
Unser nächstes Spiel steigt schon morgen, und zwar in Niederösterreich. Um 17:00 treten wir bei den Traiskirchen Lions, einem Mitkonkurrenten um Play-Off-Platz 6, zum Raubkatzenduell an. Auf gehts Panthers und Fans, kämpfen und siegen!
Scorer Panthers: Car 29 (9 Reb.), Sarlija 18 (11 Reb.), Iliev 13, Jandl 12, Ochsenhofer 6, Neudecker 4, Radakovics 3, Gaspar 2 bzw. McNealy 17
Zum Schluß gibts auch jetzt noch die Statistik, die da folgt:
Klaus Vollstuber