Car in Traiskirchen

Niederlage im Raubkatzenduell

Am Sonntagnachmittag fand für unsere Panthers das zweite Spiel in dieser Woche statt. Nach dem sensationellen Sieg im Nachtragsspiel in Oberwart gegen die dort heimischen Gunners wollten wir natürlich in Niederösterreich nachlegen. In diesem so wichtigen Spiel für uns, wo es um das direkte Duell gegen die Lions ging, können wir den Schwung aus dem Oberwart-Spiel nicht so ganz mitnehmen. So setzt es, auch aufgrund eines völlig verpatzten dritten Viertels ein empfindliches 66:85, mit dem man auch erst einmal umgehen muß.
Zu Beginn dieses Raubkatzenduells setzt Head Coach Pit Stahl auf die selbe Starting Five wie auch schon in Oberwart. Somit beginnen im Lions Dome wie auch schon in der Sporthalle Oberwart Marko Car, Hannes Ochsenhofer, David Jandl, Mario Sarlija und Simeon Iliev. Auf Seiten der Gastgeber bauen Head Coach Luigi Gresta und sein Assistant Coach Stefan Grassegger auf Benedikt Danek, Fabricio David Vay, Florian Trmal, Milovan Draskovic und den Ex-Panther Jason Detrick.
Der Beginn dieses Raubkatzenduells an der Traisen verläuft durchaus zäh, was ja in Anbetracht der Wichtigkeit kein Wunder ist. Beide Teams können ihre ersten Angriffe nicht verwerten, so dauert es fast 1 Minute bis zu den ersten Punkten. Fabricio Vay erzielt diese, deren zwei, durch ein tap-in. Auf unserer Seite bleiben Scores noch immer aus, dafür produzieren die Hausherren gleich weitere vier. Praktisch postwendend beweist unser Hannes Ochsenhofer seine Zauberhand von außen, und das gleich zweimal hintereinander. Somit sorgt einer unserer Lieblingsoberwarter allein für den Ausgleich. Nun beginnt das Spiel von neuem und zwar sehr abwechslungsreich. Beide Teams punkten in weiterer Folge wie am Fließband, die Körbe sind also nicht gerade beschäftigungslos. Keine Mannschaft kann sich absetzen, die Führung wechselt fast minütlich. So geht es auch mit einer knappen 18:16-Führung für die Löwen in die erste Viertelpause, in den ersten zehn Minuten durften übrigens auch Paul Radakovics, Stefan Neudecker und der wiedergenesene Kapitän Christoph Astl auf dem Parkett ins Geschehen eingreifen.
Der zweite Spielabschnitt im Lions Dome beginnt mit einem Versuch aus der Distanz, Simeon Iliev scheitert aber leider knapp. Da Christoph Astl, der sich den Offensivrebound geangelt hat, danach gefoult wird, bleiben wir weiterhin in Ballbesitz. Nun können wir zwar den nächsten Angriff auch nicht erfolgreich abschließen, aber weil Simeon Iliev gefoult wird, darf dieser für zwei Freiwürfe an die Linie. Da er aber nur einen verwerten kann, kann Simeon Iliev auch nicht zum 18:18 ausgleichen, sondern „nur“ zum 17:18 verkürzen. Terence Aryee, der jetzt auch schon wieder ein Zeitl auf dem Parkett agiert, probiert es nun von außen, ist erfolgreich und kann die Führung seiner Equipe auf 21:17 ausbauen. Simeon Iliev ist das jetzt zu bunt, auch er versucht es jetzt aus der Ferne und auch er ist erfolgreich. Das ist jetzt der Startschuß für eine besonders gute orange Phase. Da wir hinten dichtmachen und vorne auch gut arbeiten, gelingt es uns, die Führung zu übernehmen und diese sogar ausbauen, bis auf 26:23. Die Heimischen hingegen lassen sich das aber natürlich nicht bieten, sie fighten augenblicklich zurück, reißen die Führung an sich und ziehen davon. Gute 4 Minuten vor der Halbzeitpause liegen sie mit 36:31 voran, aber wir können uns jetzt gottseidank wieder fangen. Bis zum Ende dieses Spielabschnitts geben unsere Burschen Vollgas, holen die Löwen ein und überholen diese sogar. Nicht zuletzt dank des neu ins Spiel gekommenen Luka Gaspar gehen wir mit einem knappen 40:38-Vorsprung in die Halbzeitpause. Die nächste Viertelstunde haben nun die Coaches in den Kabinen das Sagen.
Der Start in die zweite Halbzeit gelingt unseren Panthers gar nicht gut, dafür den Löwen umso mehr. Sie kommen gleich anständig ins Scoren, überrumpeln uns dadurch und eine Minute nach Wiederbeginn liegen sie mit 43:40 in Front. Nun darf Marino Sarlija aufgrund eines Fouls an ihm für zwei Freiwürfe ans Werk, er trifft aber nur einen. Das ist wie ein Omen auf das, was jetzt folgt. Unsere Burschen kommen einfach nicht in den Tritt, ganz egal, was sie tun, es gelingt uns wenig bis gar nichts. Die Hausherren andererseits spielen sich in einen wahren Spielrausch. Angetrieben von ihren enthusiastischen Fans können sie uns enteilen wie Usain Bolt seinen Gegnern. Zur Mitte des dritten Viertels führen sie mit 53:44, zwei Minuten weiter ist der Vorsprung schon zweistellig, und zwar mit 61:48. Nun braut sich auf dem Parkett etwas zusammen, was außer Kontrolle gerät und dessen Resultat für uns böse Folgen hat. Marko Car kassiert anscheinend sein zweites Technisches Foul, dann noch ein Disqualifizierendes, es ist ziemlich undurchsichtig. Dieses Viertel ist für uns weg, wir brechen klarerweise auseinander, und müssen mit einem bitteren 50:70 in die letzte Viertelpause gehen.
Jetzt muß uns ein perfekter Start mit vielen Punkten hintereinander gelingen, um noch eine Chance auf das Wunder, eine Chance auf diesen so wichtigen Auswärtssieg, zu haben. Simeon Iliev hat nun einmal die Möglichkeit, 2 Punkte an der Freiwurflinie zu machen, er macht aber leider nur einen. Die Gastgeber sind da wesentlich effizienter, sie machen jetzt die nächsten 6 Punkte und stellen damit auf 76:51. Hannes Ochsenhofer unterbricht diesen Löwenlauf zwar mit einem erfolgreichen Wurf aus der Distanz, stoppen kann er ihn aber leider nicht wirklich. Milovan Draskovic streut jetzt nämlich ein Lay-up ein, was schon fast dem Sieg seines Teams gleichkommt, 24 Punkte beträgt nun der Vorsprung der Lions. Unsere Burschen hauen jetzt noch einmal alles rein, aber der Rückstand wird nicht entscheidend kleiner. Im Laufe des letzten Viertels kommen dann auch noch unsere Youngsters Ibrahim Alisic und Admir Ado Zukic auf das Parkett, es weht ein wenig frischer Wind. Endlich ertönt dann das Schlußsignal, ein 66:85 ist das mehr als bittere Resultat dieses Raubkatzenduells.
Wenn man gewinnen will, dann muß man in jeder Sekunde eines Spiels alles geben und Ruhe bewahren, was immer auch geschieht. Macht man das nicht, kann auch sowas wie im Lions Dome am Sonntagnachmittag passieren.
Diese Woche sind unsere Panthers zweimal im Einsatz. Am Freitag um 19:30 gastieren wir im Rahmen des Cup-Viertelfinales bei den Schwänen aus Gmunden und am Sonntag um 17:00 empfangen wir im Rahmen der Meisterschaft die Schwäne aus Gmunden.
Hier folgt nun wie immer die Statistik:
Klaus Vollstuber

Scorer: Iliev 21, Sarlija 12, Ochsenhofer 12, Car 11, Radakovics 5, Jandl 4, Gaspar 1 bzw. Vay 31