Sarlija in Mattersburg

Panthers verlieren das Raubkatzenduell deutlich

Zahnlose Panthers unterliegen energiegeladenen Traiskirchner Löwen.
Am Samstagabend stand für unsere Mannen das so wichtige Spiel gegen die Lions aus Niederösterreich auf dem Spielplan. Vor eigenem Publikum wollten wir an Siegen mit der Mannschaft von Luigi Gresta gleichziehen, um die Chance auf einen Play-Off-Platz weiter wahren. Doch dazu sollte es leider nicht kommen, aufgrund einer mehr oder weniger bescheidenen Leistung unsererseits müssen wir mit einem 64:85 von dannen ziehen und mehr als zuvor um den Platz an der Sonne bangen.
Panthers-Head-Coach Pit Stahl vertraut bei dieser so wichtigen Begegnung zum wiederholten Male auf Paul Radakovics, Hannes Ochsenhofer, David Jandl, Marino Sarlija und Simeon Iliev. Auf der anderen Seite setzen der Head Coach Luigi Gresta und sein Assistant Coach Stefan Grassegger auf Benedikt Danek, Fabricio David Vay, Florian Trmal, Milovan Draskovic und den Ex-Panther Jason Detrick.
Der Beginn des Raubkatzenduells, das für unsere Panthers zugleich das erste Heimspiel ohne den verletzten Marko Car darstellt, ist von Nervosität geprägt. Beiden Mannschaften ist die Bedeutung dieses Spiel förmlich anzusehen, wenn man in die Gesichter der Akteure blickt. Punkteloser Angriff reiht sich an punktelosen Angriff, ehe Marino Sarlija fast 2 Minuten nach Aufwurf mit einem Sprungwurf die ersten beiden Punkte an diesem Samstagabend fabriziert. Florian Trmal jedoch ließ sich nicht lange lumpen, er sorgt mit einem erfolgreichen Wurf aus der Ferne für die erste Führung seiner Löwen. Damit ist der Bann gebrochen, die Punktekonten beider Teams wachsen in den nächsten Minuten stetig an. Zuerst entwickelt sich ein offener Schlagabtausch, die Führung wechselt hin und her, keine Fünf kann sich absetzen. Doch mehr und mehr werden die Niederösterreicher Herr des Spiels, nach und nach bauen sie ihre Führung aus, unseren Burschen fehlt es an Rat und Marko Car, vorne wie hinten. Somit endet dieses Startviertels, in dem auf unserer Seite auch Stefan Neudecker und Jakob Ernst zum Einsatz kommen, mit einem aus unserer Sicht ziemlich ernüchternden 14:21. Die erste Viertelpause kommt nun gerade recht.
Der 2. Spielabschnitt beginnt mit einem ersten Hoffnungsschimmer für unsere Burschen. Jakob Ernst, der sich nach seiner langen Verletzungspause langsam wieder seiner Topform nähert, probiert es aus der Distanz und unser Rückstand ist um 3 Punkte geringer. Nach einer dürren Phase, die fast 2 Minuten andauert und punktelos bleibt, bringt uns der soeben ins Spiel gekommene Stefan Neudecker noch näher an die Gresta-Fünf heran, und zwar auf 2. Benedikt Güttl aber, der hat da was dagegen, und das merkt man auch gleich. Mit Unterstützung von Jason Detrick, der unsere Stadthalle ja ziemlich gut kennt, netzt er einen Dreier ein und schon schwindet unsere Hoffnung ein wenig. Jetzt gilt es für unsere Burschen zusammenzustehen, mit vereinten Kräften wieder heranzukommen und nicht wieder abreißen lassen zu müssen. Doch genau Letzteres passiert, trotz der vorbildhaften Unterstützung unseres phantastischen Publikums. Wir wirken ratlos, ideenlos, konzeptlos, er fehlt uns eben viel zu sehr, unser Herbert von Karajan, unser Meisterdirigent Marko Car. Völlig anders ist die Lage bei den Traisenlöwen. Angetrieben von ihren mitgereisten Fans, von ihren Spielern und Betreuern auf der Bank und natürlich auch von Assistant Coach und Head Coach, wirbeln sie über das Parkett, sind die Könige auf dem Court. Ihr Vorsprung wächst und wächst, trotz der Hereinnahme unseres Kapitäns Christoph Astl, der wie immer sein letztes Hemd gibt, endet diese Spielperiode mit einem für uns äußerst bitteren 25:40. In der Halbzeitpause müssen wir wieder zu Kräften und Konzentration kommen, damit wir in de 2. Halbzeit das  Unmögliche möglich machen können.
Die Halbzeitpause scheint uns gut getan zu haben, allen voran Marino Sarlija. Dieser ist quasi sofort erfolgreich, er verwandelt einen Wurf aus großer Distanz. Dies ist jetzt leider nicht der Weckruf für seine Kollegen, die tun sich weiterhin relativ schwer. Man kann und will ja keinem unserer Spieler vorwerfen, daß sie nicht wollen, ganz und gar nicht. Aber wenn dein Antreiber, dein Herz, dein Hirn, dein Anpeitscher, dein Vollstrecker, und das alles ist Marko Car nun einmal, also wenn der fehlt, dann ist es für die anderen ziemlich schwer, so gut sie alle auch sind. Die Löwen aus Traiskirchen aber, die sind on fire, die sind in einem Spielrausch. Sie schwirren über das Parkett unserer Stadthalle, das einem angst und bange werden kann. 3 Minuten vor dem Ende dieses vorletzten Spielabschnitts liegen sie fast uneinholbar voran, ein 43:58 prangt vom Scoreboard unser Spielstätte. Daran ändert sich auch bis zur letzten Viertelpause wenig, mit einem 45:63 geht es dann in das letzte Viertel. In diesem müssen wir alles geben, was wir haben.
Mit einem 18-Punkte-Rückstand die letzte Spielperiode zu beginnen, und das noch dazu zu Hause, das wünscht man sich nicht, beileibe nicht. Aber genau mit dieser Hypothek muß unsere Equipe orange nun antreten. Das beflügelt uns auch nicht, ganz im Gegenteil es lähmt uns. Daher dauert es und dauert es und dauert es, bis wir den ersten Score im Schlußviertel zusammenbringen. Er wäre aber so wichtig, denn auch unsere Gäste plagt im Moment das gleiche Problem, außer einem Dreier von Fabricio David Vay gelingt ihnen auch nichts Zählbares. Schlimm ist es für sie nicht, liegen sie ja wolkenkratzerhoch voran. In der 3. Minute ist es dann soweit, beide Teams können nun scoren und unser Julian Kleinschuster, der zusammen mit Albin Venus, Klaus Vollstuber, Malik Beganovic und Filip Bradvic dankenswerterweise dafür sorgt, daß am Schreibertisch wie immer alles seinen gewohnten Gang geht, kann endlich wieder Punkte auf die Anzeigentafel bringen. Auf dem Parkett wird es ruhiger, der Sieg ist ja leider schon an die Fünf von der Traisen vergeben, daher gleicht das Geschehen auf dem Spielfeld eher einem Trainingsspiel. So kommen dann auf unserer Seite auch Ibrahim Alisic und Admir Zukic in die Partie, die mit einem 64:85 aus unserer Sicht sehr ernüchternd endet. Was das jetzt für die Play Off bedeutet, das wird sich weisen.
Daß es ohne Marko Car ziemlich schwer für uns werden wird, das war uns allen relativ schnell klar. Es hilft also alles nichts, da müssen wir jetzt durch, alle zusammen. Jeder Spieler muß nun so rasch als möglich seine gute Form, die er schon hatte, im Training wiedererlangen und diese im nächsten Spiel gleich wieder abzurufen.
Jetzt steht uns einmal eine große Pause bevor, schuld daran ist das Final Four am kommenden Wochenende, welches in Oberwart ausgetragen wird. Aus diesem Grund ist unser nächster Auftritt erst in 2 Wochen, also am Sonntag, 02. April, mit Beginn um 17:00. Die Reise führt uns nach Gmunden, zu den sehr erfolgreichen Schwänen an den Traunsee.
Zum Abschluß gibt es auch heute wieder die Statistik, die da kommt:
Klaus Vollstuber

Scorer Panthers: Sarlija 18, Iliev 11, Radakovics 9, Jandl 6, Ernst 6, Neudecker 4, Astl 4, Ochsenhofer 3, Gaspar 3