Gordon Dunk klein in OW

Oranger Selbstfaller in Oberwart

Nach einer fast dreiwöchigen Spielpause ging es am Samstag für unsere Panthers endlich wieder weiter. Unsere orangen Burschen waren nicht nur beim Lokal-, sondern auch beim Tabellennachbarn zu Gast. Trotz eines außergewöhnlichen ersten Viertels und einer grandiosen Unterstützung unserer mitgereisten Fans setzt es für uns gegen die Oberwart Gunners eine in Anbetracht der Tabellensituation bittere 71:82-Niederlage. Die Relegation rückt für uns daher immer näher.
Zu Beginn dieses Lokalderbys im Südburgenland setzt unser Trainerduo, bestehend aus Head Coach Goran Patekar und seinem Assistant Coach Adnan Bajramovic, auf Jakob Ernst, Luka Gaspar, Kapitän Marko Car, Christopher Reyes und Wesley Gordon. Auf Seiten der Hausherren vertrauen unterdessen Head Coach Lluis Pino Vera und sein Assistant Coach Horst Leitner auf Kapitän Sebastian Käferle, Denzel Gregg, Georg Wolf, Benjamin Blazevic und Marcel White.
Der Start in diese Begegnung, die einzige in der ABL an diesem Samstagabend, verläuft für unsere Burschen äußerst vielversprechend. Wir können uns nämlich gleich den ersten Ball beim Aufwurf und auch den ersten Angriff dieses Spiels sichern. Die ersten beiden Versuche, auch den ersten Korb zu erzielen, schlagen zwar fehl, Luka Gaspar aber macht es beim dritten Anlauf weitaus besser. Per Sprungwurf bringt er uns, noch in der 1. Minute, mit 2:0 in Führung. Chancen auf weitere Punkte bleiben vorerst hüben wie drüben ungenutzt, ehe die Gastgeber in Person von Benjamin Blazevic den Ausgleich zum 2:2 schaffen. In weiterer Folge aber kommen wir immer besser in die Partie. Hinten machen wir alle Schotten dicht und vorne lassen wir es fast im Sekundentakt klingeln. Nach exakt 5 Minuten liegen wir mit 12:2 voran, was für eine orange Machtdemonstration ist das hier in der Sporthalle Oberwart. Die Kanoniere, die geben aber nicht klein bei und reißen sich immer mehr am Riemen. Bei uns hingegen läßt die Konzentration ein wenig nach, was zwar nicht sehr verwunderlich ist, uns aber doch ein paar Punkte kostet. Die Gunners kommen nun ein wenig näher an unsere Mannen heran, gegen Ende dieses Startviertels, in dem auf unserer Seite auch Hannes Ochsenhofer, Paul Radakovics und Stefan Michael Neudecker zum Einsatz kommen, sind wir aber wieder voll da. Wir lassen in den ersten 10 Minuten nur 9 Punkte der Südburgenländer zu, machen selbst aber immerhin 19. So kann es nach der ersten Viertelpause ruhig weitergehen.
Das zweite Viertel beginnt, und dies mit Ballbesitz Oberwart Gunners. Das nutzen diese gleich einmal weidlich aus, Denzel Gregg scort quasi sofort zum 11:19 aus Sicht seines Teams ein. In der nächsten knappen Minute tut sich nicht viel, weder unsere Panthers noch die südburgenländischen Scharfschützen können ihre Punktekonto vorerst auffetten. Nach einer kleinen Durststrecke sind es dann abermals die Pinkataler, die punkten können. Benjamin Blazevic ist diesmal der Übeltäter, zumindest aus unserer Sicht kann man das so sagen. Einem Eichhörnchen gleich bringt die Pino-Vera-Fünf den Ball wiederholt im Korb unter, gute 3 Minuten nach Wiederbeginn schafft sie in Person von Neuzugang Jerome Seagears den Ausgleich zum 19:19. Das ist doch kaum zu glauben nach dem souveränen Auftritt unserer Jungs im ersten Viertel! Anders als im Startabschnitt sind sie jetzt ganz desperat, man kann sogar sagen, sie sind von einer Schockstarre behaftet, wie gelähmt. Anders die Hausherren, die sind jetzt in einem wahren Spielrausch. Sie lassen unsere Burschen alt aussehen, wie Statisten, stibitzen ein ums andere Mal die Kugel und rennen quasi unbedrängt Richtung Korb und scoren lockerflockig einen Punkt nach dem anderen. Erst nach 18 gunnerischen Zählern in Folge in diesem 2. Viertel gibt es den ersten Score unserer Panthers, und das nach mehr als 5 Minuten. Das ist bitter, so was von bitter. In den nächsten Minuten können wir uns einigermaßen erfangen, einige Punkte gutmachen, 3 Minuten vor der Halbzeitpause liegen wir nur mehr mit 29:30 zurück. Doch wenn man ganz genau hinschaut, dann trügt der Schein aber dann schon. Unsere Mannen sind doch nicht so gefestigt wie es scheint, ganz im Gegensatz zu den Südburgenländern. Die bekommen wieder Luft, die sie zum erneuten Ausbau ihrer Führung nutzen, Marko Car konnte noch von außen das Runde im Runden versenken. Mit einem für sie beruhigenden 39:33 geht es dann in die Halbzeitpause, wo nun in den Kabinen die Trainer das Sagen haben. Für uns ist dieses Derby zwar noch nicht verloren, ändern muß sich aber rasch etwas.
Das vorletzte Viertel beginnt mit orangen Punkten, im zweiten Anlauf versenkt Wesley Gordon den Ball zum 35:39 in den Maschen. Obwohl wir jetzt mächtig dagegenhalten, reicht das nicht, die Hausherren in Verlegenheit zu bringen, zumindest Schadensbegrenzung gelingt uns vorerst. Die Gastgeber bleiben zwar in Front, mehr als ein paar Punkte beträgt ihre Führung aber nicht. In dieser Tonart geht es munter weiter, ehe es zu einer kleinen Vorentscheidung kommt. Beim Stande von 40:46, etwas mehr als 4 Minuten sind in diesem Spielabschnitt noch zu spielen, probiert es Paul Radakovics aus der Distanz, scheitert aber denkbar knapp. Im Gegenzug macht es da Marcel White leider deutlich besser. Sein Distanzwurf findet das Ziel, sein Team liegt nun mit 49:40, also mit +9, voran. Dieser versenkte Wurf gibt ihm und seinen Teamkollegen wieder jede Menge Auftrieb. Beflügelt von diesem ziehen sie nun wieder davon und beenden dieses Spielquartal, in dem auf unserer Seite auch Roland Reinelt hereingekommen ist, mit einem 59:50, Jakob Ernst konnte uns mit 2 erfolgreichen Freiwürfen noch ein wenig heranbringen. Nach der letzten Viertelpause müssen wir aber wie aus der Pistole geschossen starten, um noch den Sieg an uns zu reißen.
Wie aus der Pistole geschossen beginnen wir das Schlußviertel zwar nicht, aber immerhin gehen die ersten 4 Punkte auf unser Konto, ehe Coach Pino Vera unseren Lauf per Time Out stoppt. Die ersten Punkte nach dieser Auszeit gehen tatsächlich auf das Konto der Hausherren. Doch gottseidank kann unser oranges Imperium sofort zurückschlagen, in diesem Fall jedenfalls. Wesley Gordon kann durch einen krachenden Dunk den alten Rückstand von 6 Punkten wiederherstellen. Als wir auch noch die nächsten 3 Punkte erzielen und damit auf 3 Punkte an die Gastgeber herankommen können, keimt wieder Hoffnung in unserem Lager auf. Die Gunners bleiben aber ruhig und können wieder um einigen Punkte davonziehen. Abermals können wir zurückschlagen, wieder auf  3 Punkte herankommen, 6 Minuten sind da noch zu spielen. In den nächsten Momenten könnte sich die Partie entscheiden, abhängig davon, wer die nächsten Punkte macht. Und die macht Georg Wolf, und zwar deren drei. Und das ist noch nicht alles, denn auch die nächsten 3, und zwar abermals durch Georg Wolf und Jerome Seagears, sind von Oberwarter Herkunft. Jakob Ernst kann jetzt zwar aus der Distanz zum 64:71 aus unserer Sicht stellen, aber ohne Hannes Ochsenhofer, der wie Denzel Gregg auf der Gegenseite mit seinem 5. Foul das Parkett verlassen muß, wird unsere Aufgabe nicht leichter. Und genauso kommt es dann auch. Wir kämpfen zwar wie die Löwen weiter, aber die Hausherren bleiben standhaft. Zum Schluß kommen hüben wie drüben vermehrt die junge Garde ans Werk, am 81:72-Sieg der Burgenländer ändert das auch nichts mehr. Sie können sich jetzt von ihren Fans feiern, unsere Spieler müssen auf der anderen Seite von unseren Fans getröstet werden, zumal ja nicht nur das Spiel verloren wurde, sondern wir uns somit schön langsam mit der Relegation anfreunden müssen.
Diese Niederlage ist sehr ärgerlich und auch sehr bitter, zumal sie nicht notwendig war. Da spielen wir eine tadellose erste Spielperiode, die wir mit 19:9 gewinnen. Und dann kommen wir zu Beginn des 2. Viertels nicht in die Gänge und bekommen zwischen der 11. und 20. Minute 30 Punkte und machen selbst nur 14. Das ist ein Wahnsinn! Danach war bei uns mehr oder weniger die Luft draußen, das Spiel entschieden, obwohl wir nicht kampflos aufgegeben und zu einigen Zeitpunkten einiges an Pech gehabt haben. Nun gilt es, die richtigen Schlüsse zu ziehen, gut zu regenerieren und zu trainieren, um bei den nächsten Spielen wieder voll da zu sein.
In dieser Woche haben wir 2 Spiele zu absolvieren, und zwar empfangen wir am Freitag, 09. März, mit Beginn um 19:30 die Flyers aus Wels in unserer Stadthalle, und am Sonntag, 11. März, gastieren wir mit Beginn um 17:00 in der Volksbank Arena bei dein Gmunden Swans.
Zum Abschluß gibt es auch heute wieder den Link zum Spiel:
Klaus Vollstuber

Top-Scorer Panthers: Gordon 20, Car 18, Reyes 11