Iliev in Klobg klein

Tapfere Panthers verpassen Sieg in Wien und Play-Off-Platz

Nach dem souveränen Heimsieg gegen den WBC aus Wels am Karfreitag ging es für unsere Panthers schon am Ostermontag weiter. In der Bundeshauptstadt mußte gegen den BC Vienna wieder ein Sieg her, um die Play-Off-Chancen zu wahren. Trotz harten Kampfes gelang dies aber leider nicht, mit einem 66:78 mußten wir die Segel streichen. Somit ist Play-Off-Platz 6 für uns leider unerreichbar.
Panthers-Head-Coach baute zu Beginn dieses so wichtigen Spiels an der Donau auf Paul Radakovics, Hannes Ochsenhofer, David Jandl, Marino Sarlija und Simeon Iliev, also auf jene Fünf, die auch am Karfreitag gestartet sind. Auf Seiten der Hausherren setzt das Trainerduo Tomislav Vidovic und Expanther Johnny Griffin auf Anthony Clemmons, die beiden Expanther Shawn L. Ray und Stjepan Stazic, Predrag Miletic und den Ex-Ritter Sebastian Koch.
Der Druck, die Play Offs nur mit einem Sieg zu erreichen bzw. die Chancen darauf zu wahren, scheint unsere orangen Helden zu hemmen. Die Hauptstäder erobern gleich den ersten Ball, rüsten zum Angriff, doch diesen kann Shawn Ray, der Altmeister, den es wieder gejuckt hat, nicht erfolgreich abschließen. Sein Team bleibt aber weiterhin am Ball, kann in der Offence und auch in der Defence schalten und walten, wie es will und liegt deshalb nach nicht einmal 2 Minuten mit 7:0 voran. Erst jetzt wachen wir auf, Simeon Iliev kann durch einen Lay-Up die ersten beiden Punkte eintüten. Anschließend darf er für einen Freiwurf an die Linie, er bleibt cool, verwertet ihn und wir liegen nur mehr mit 3:7 zurück. Doch Shawn Ray, der Sir unter den österreichischen Basketballern, läßt das nicht auf sich sitzen, auch er scort nun 3 Punkte am Stück. Danach blasen unsere Burschen aber gottseidank zum Halali, brennen einen Lauf über 9 Punkte auf das Parkett des Hallman Domes und gehen mit 12:10 in Front. Aber dieser nimmt leider ein jähes Ende, die Hausherren wachen jetzt so richtig auf, erzielen ihrerseits Punkt um Punkt, daß es einem Mitglied des Panthers-Lagers nur so angst und bange werden kann. Erst nach 14 Punkten ist damit Schluß, Marino Sarlija erzielt durch einen Lay-up 2 Punkte zum 14:24 aus unserer Sicht. Dies ist auch der Schlußpunkt dieses Startviertels, in dem auf unserer Seite auch Jakob Ernst zum Einsatz gekommen ist. Jetzt steht erst einmal Erholung, Krafttanken und Konzentrationaufladen in der ersten Viertelpause auf dem Programm.
Das 1. Viertel beginnt für unsere Mannschaft ganz gut, Simeon Iliev netzt ein zum 16:24 aus unserer Sicht. Auf der Gegenseite ist aber Anthony Clemmons quasi postwendend zur Stellen und stellt damit den 10-Punkte-Vorsprung für die Donaustädter wieder her. Doch lange bleibt dieser nicht bestehen, unsere Burschen wollen sich nicht schon wieder übertölpeln lassen und Marino Sarlija und Simeon Iliev halben jetzt unseren Rückstand sogar. Ärgern sollte man die Gastgeber aber dann doch nicht, denn genau dann kontern sie eiskalt. Predrag Miletic und Anthony Clemmons, das Powerduo des BCV, legt jetzt nämlich 4 Punkte nach, Wahnsinn. Doch wir geben nicht auf, fighten zurück und werde dafür auch belohnt. Je näher die Halbzeitpause rückt, desto geringer wird unser Rückstand, wir kämpfen wirklich tapfer. Die Führung können wir in diesem 2. Viertel, in dem auf unserer Seite auch Luka Gaspar, Kapitän Christoph Astl und Stefan Neudecker auf dem Parkett ihr Können zeigen und helfen dürfen, zwar nicht übernehmen, aber mit einem 37:39 läßt es sich dann schon leben. Nun gehts aber erst einmal in die Kabinen, wo die Coaches das Sagen haben. Und – es bleibt spannend.
Anthony Clemmons scheint in der Kabine das richtige Zielwasser getrunken zu haben, er darf nämlich gleich zu Beginn des 3. Viertels an die Freiwurflinie. Dort ist er gleich doppelt erfolgreich, das 41:37 für seine Mannen ist perfekt. Aber wir haben Hannes Ochsenhofer und der ist unser Mann für die Würfe aus der Distanz. Und weil er das ist, setzt er nun ad hoc einen Dreipunkter in die Maschen des Runds. Dies ist der Auftakt für eine ziemlich packende Phase dieser Begegnung. Beide Mannschaften schenken sich nichts, spielen quasi auf Augenhöhe. Die Wiener haben zwar immer einen leichten Vorsprung, aber so richtig abschütteln lassen sich unsere Panthers dann auch wieder nicht. Zur Mitte dieses 3. Viertels liegen wir nur 2 Punkte zurück, aus unserer Sicht steht es 45:47. Aber wieder einmal macht sich das Fehlen von Marko Car bemerkbar, sowohl in der Defensive wie in der Offensive verläßt uns ds Glück, verläßt uns die Kraft. Die Hausherren können wieder einen Gang zulegen, sie ziehen leider wieder davon ohne daß unsere Panthers etwas dagegen tun können. So geht es denn auch mit einer 61:50-Führung der Fünf von Johnny Griffin in die letzte Viertelpause. Es wird zwar schwer im letzten Viertel, aber es ist noch nicht vorbei.
Das letzte Viertel aber, es beginnt mit einem wahren Wermutstropfen für unsere Burschen. Predrag Miletic springt außerhalb des großen Wurfkreises in die Höhe, wirft dabei den Ball Richtung Korb und schon sind 3 Punkte mehr auf des Hauptstadtclubs Konto. Unser Konter läßt aber gottseidank nicht lange auf sich warten, ist ebenfalls 3 Punkte wert und kommt von – Christoph Astl! Da er damit auch seine Kollegen ansteckt, schwindet unser Rückstand ein klein wenig. Wir kämpfen eben um unsere Chance, doch noch in die Play Offs zu kommen. Wir lassen nicht locker, kommen ein paar Punkte näher an unsere Gegner heran, doch der ist zäh. Die Hoffnung aber, die stirbt zuletzt, 7 Minuten vor Ende des Spiels  ist sie noch da, wir liegen nur 6 Punkte hinten. In den nächsten 3 Minuten aber geben die Clubberer aber wieder Gas, ziehen auf 11 Punkte davon, die Vorentscheidung ist somit gefallen. Unsere Mannen versuchen zwar noch einmal alles, aber es reicht nicht mehr so ganz. Wir schaffen es zwar ganz kurz, einen einstelligen Rückstand zu haben, aber schlußendlich gelingt es uns nicht, einen Schlußspurt der Hausherren zu verhindern. Als die Schlußsirene dann ertönt, prangt ein 78:66 von der Anzeigentafel, für uns ist das Ergebnis gleichbedeutend mit dem Verpassen der Play Offs. Wir haben alles gegeben, aber es hat nicht sollen sein.
Mit dieser Niederlage in Wien steht somit fest, daß wir den Platz an der Sonne leider doch nicht erreichen werden. Das Fehlen von Marko Car konnte nie ganz kompensiert werden, auch das Glück war leider zu selten auf unserer Seite. Aber andererseits ist das auch kein Grund zum Trübsalblasen, wir haben immer gekämpft und niemals aufgegeben, darauf läßt sich in der nächsten Saison aufbauen.
Da wir am kommenden Wochenende spielfrei sind, haben wir nur mehr eine Begegnung in dieser Saison zu absolvieren. Dies ist aber nicht irgendeine Partie, nein, es ist das Derby bei unseren Freunden im Burgenland. Am Donnerstag, den 27.04.2017, mit Beginn um 19:30 gastieren wir bei den Oberwart Gunners, hoffentlich begleiten uns viele unserer Fans dorthin.
Zum Abschluß gibt es auch heute wieder die Statistik:
Klaus Vollstuber