Gordon gegen Vienna 04

Sagenhafte Panthers tanzen mit dem BC Vienna den Feistritzwalzer

Nach dem Derbysieg gegen die Grazer UBSCler und dem überraschenden Auswärtssieg gegen die Dukes aus Klosterneuburg wollten unsere orangen Burschen den Schwung ins nächste Spiel, einem Heimspiel in unserer Stadthalle, mitnehmen. Dieses fand am Donnerstag statt und obwohl der Gegner der eigentlich übermächtige BC Vienna war, ist uns dieses Vorhaben eindrucksvoll geglückt. Dank einer außergewöhnlichen Leistung ALLER eingesetzten Spieler und dem anwesenden Publikum spielen wir den Clubberern teilweise Katz und Maus, was in einem souveränen 92:76-Heimsieg resultierte.

Zu Beginn dieses Duells Feistritz – Donau schenken unser Head Coach Goran Patekar und sein Assistant Coach Adnan Bajramovic JAKOB ERNST, LUKA GASPAR, Kapitän MARKO CAR, Methusalem HANNES OCHSENHOFER und WESLEY GORDON ihr Vertrauen. Auf Seiten der Bundeshauptstädter setzt Head Coach Luigi Gresta auf Reger Dowell II, Jiri Hubalek und die 3 Ex-Panther Stjepan Stazic, Luka Gvozden und Jason Detrick.

Der Start in diese Begegnung am Donnerstagabend ist eine Sache unserer Panthers. Auf Umwegen erobern wir nach dem Aufwurf den Ball und inszenieren gleich den ersten Angriff. Diesen können wir dann zwar letztendlich gestalten, aber bis es soweit ist, können wir dreimal den Ball nicht im Korb unterbringen, aber dreimal den so wichtigen Offensivrebound pflücken. Beim vierten Versuch klappt es dann endlich, Luka Gaspar vollendet zum 2:0. Was man da schon sieht, die Mannschaft will und sie wird alles dafür tun. Als Hannes Ochsenhofer, der ewig junge Litzelsdorfer, dann noch aus der Distanz zum 5:0 trifft, ist das Gefühl schon mal ganz gut. Die Wiener aber sind ja auch nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen, setzen sofort zum Konter an und können auf 4:5 herankommen. Unsere Burschen lassen sich davon aber nicht unterkriegen, legen durch Wesley Gordon wieder vor und verschafft uns Luft. Die Donaustädter schaffen es zwar immer wieder, an uns heranzukommen oder auszugleichen, die Führung können sie nicht übernehmen, zumindest vorerst. Als uns Wesley Gordon 150 Sekunden vor Ende des Startviertels, in dem auf unserer Seite auch Paul Radakovics und Stefan Neudecker zum Einsatz kommen, mit 18:13 in Front bringt, glaubt man schon, daß wir die Gresta-Fünf heute deklassieren. Doch die machen die letzten 6 Punkte dieses ersten Spielabschnitts und gehen mit einer knappen 19:18-Führung in die erste Viertelpause. Liebe Panthers, bitte konzentrieren!

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts ist die Konzentration da, zumindest bei Stefan Neudecker. Durch ein Lay-up bringt er uns mit 20:19 in Führung, doch Luka Gvozden entreißt uns diese wenig später per Dreier wieder. Bis zum nächsten Korb dauert es dann über eine Minute, gottseidank ist es Wesley Gordon, der diesen fabriziert und uns damit den Ausgleich zum 22:22 beschert. In weiterer Folge entwickelt sich eine packende Basketballschlacht. Beide Teams haben nichts zu verschenken, hauen sich mächtig ins Zeug, was zur Folge hat, daß die Führung ständig wechselt, keine Fünf sich absetzen kann, die Spannung ist zum Zerreißen. Die Wiener, die vor ein paar Tagen noch die Bullen aus Kapfenberg in die Schranken weisen konnten, tun sich bei uns im Thermenland extrem schwer. Sie haben eben nicht mit Beharrlichkeit, mit der sich unsere Mannen immer wieder dagegenstemmen, gerechnet. Luigi Gresta hat alle Hände voll zu tun, um seine Schützlinge auf den rechten Weg zu bringen. Dies gelingt ihm einigermaßen, denn mit dem Ertönen der Halbzeitsirene liegen die Favoritner mit 42:40 in Führung. Nun geht es erst einmal in die Kabinen, wo die beiden Trainer das Sagen haben. Danach kann es weitergehen mit dem heißen Tanz in der Stadthalle, bei dem beide Teams noch Siegchancen haben.

Das dritte Viertel beginnt mit Ballbesitz Panthers. Unser Team schlägt daraus gleich Kapital, Marko Car kann durch Lay-up zum 42:42 ausgleichen. Kurz darauf, Wiener Punkte hat es keine gegeben, setzt er eins drauf und bringt uns mit einem erfolgreichen Distanzwurf mit 45:42 in Front. Jiri Hubalek behält nun aber die Nerven, mit einem sicheren Lay-up bringt er seine Fünf auf einen Punkt heran. Doch jetzt machen unsere Panthers Tschinbumm, 8 Punkte in Serie bringen die Gäste erstmals gehörig ins Wanken und uns eine 53:44-Führung. Luka Gvozden und Stjepan Stazic kontern mit 5 Punkten am Stück, so ist es denn ja auch wieder nicht. Durch unsere Mannschaft geht jetzt abermals ein Ruck, Auslöser ist Luka Gaspar, der für Drei trifft. Auch Wesley Gordon läßt sich davon anstecken, aber eigentlich ist der US-Boy sowieso immer on fire, auf dem Parkett omnipräsent, Jack of all trades auf guat Englisch, Hans Dampf in allen Gassen auf guat Deitsch, und sorgt für weitere Zähler. Jiri Hubalek streut zwar jetzt 2 Wiener Punkte ein, aber der Panthers-Expreß rollt weiter, unermüdlich. Schlußpunkt dieser dritten Spielperiode, die auch den Einsatz von Roland Reinelt bringt, ist ein sehenswerter Dreier unseres Kapitäns Marko Car, der endlich wieder in Topform ist und seine Kollegen vorbildhaft durch die Wirrnisse so einer Basketballpartie führt. Mit einem unfaßbaren 68:55 im Rücken gehen wir in die letzte Viertelpause, man muß sich schon mehrmals die Augen reiben, um das zu begreifen, was auf dem Parkett passiert, so schön ist es und so unglaublich.

Das letzte Viertel beginnt für unsere Mannschaft ganz phantastisch. Jakob Ernst, der an diesem Abend wie Luka Gaspar einmal mehr sein Riesentalent zeigt, knallt einen Dreier in die Maschen, daß einem nur so schwindlig werden, ganz besonders dann, wenn man Wiener ist. Statt Punkten der Häuplianer gibt es wieder Zähler der Gutzwarianer. Marko Car zeichnet sich für diese verantwortlich, 2 per Lay-up sind es in diesem Fall. 1 Minute nach Wiederbeginn liegen wir mit 73:55 voran, dies sind 18 Punkte, und das gegen den BC Vienna. Mustafa Hassan-Zadeh will sich nicht ergeben, er zieht aus der Ferne ab und trifft. Aber wieder einmal haben wir an diesem Abend eine Antwort, und die gibt Wesley Gordon mit 2 Punkten. Stjepan Stazic ist nun zwar mit 2 Freiwürfen erfolgreich, doch der Rückstand seines Teams auf das Unsrige ist noch immer haushoch. Das sind Lorbeeren, aber auf diesen ruht sich unser Team nicht auf, ganz im Gegenteil. Wir bleiben weiterhin fest am Drücker, punkten fast wie am Fließband, während die Clubberer sich ihrem Schicksal ergeben, was sonst immer nur wir tun. 3 Minuten vor Ende dieses Spiels bringt uns Hannes Ochsenhofer 25 Punkte voran, in Zahlen bedeutet das ein 90:65. Das Wunder ist passiert, das kann man jetzt schon sagen, die Panthers besiegen den BCV klar und deutlich, ein Wahnsinn! Nach und nach machen nun die Arrivierten den Young Guns Platz und gute 2 Minuten vor Spielende gibt es einen ganz besonderen Wechsel. Wesley Gordon verläßt das Spielfeld, an seiner Stelle betritt Malik Beganovic das Parkett unserer Stadthalle, was bedeutet, daß er sein Debüt gibt, das erste Mal in seinem jungen Leben Bundesligaluft schnuppert. An diesem Abend hat nach dem Spiel nicht nur er etwas zu feiern, sondern die Mannschaft samt Fans einen souveränen 92:76-Sieg gegen den Goliath aus Wien.

Was war das für ein Spiel unserer Panthers gegen den BC Vienna! Wie ein Orkan sind wir über das Parkett getobt und haben mit den Gästen phasenweise den Feistritz- und nicht den Donauwalzer getanzt. So kann es in den nächsten Spielen ruhig weitergehen, dieses Wochenende aber sind wir einmal spielfrei, danach kann das Training ganz auf den nächsten Gegner abgestimmt werden.

Unser nächstes Spiel ist wieder ein Heimspiel und dieses steigt am nächsten Freitag. An diesem Tag empfangen wir in unserer Stadthalle unsere lieben Freunde aus dem Burgenland, natürlich die Oberwart Gunners. Beginn dieses Klassikers des Ostens ist 19:30, hoffentlich vor vollen Rängen.

Zum Abschluß gibt es auch dieses Mal den Link zum Spiel:

https://tinyurl.com/y7ckdrf5

Klaus Vollstuber