Radakovics Verletzung in Gmunden

Tapfere Panthers unterliegen am Traunsee

Unsere Lieblingsbasketballer waren am Sonntag zu Gast im Traunviertel.  Gegen die dort beheimateten Schwäne aus Gmunden waren wir zwar ohnehin nicht der große Favorit,  umso mehr haben wir daher für einen Sieg gekämpft. Gelohnt hat es sich aber leider nicht unbedingt, mit einer in mehrerer Hinsicht bitteren 72:86 mußten wir die weite Heimreise in unser heimatliches südoststeirisches Thermenland antreten.
 Vor dieser doch schon klassischen Begegnung Schwäne gegen Panthers in der Gmundner Volksbank Arena vertraut unser Trainerteam Head Coach Goran Patekar und sein Assistant Coach Adnan Bajramovic auf  Luka Gaspar, Kapitän Marko Car, Hannes Ochsenhofer, Christopher Reyes und Wesley Gordon. Auf Seiten der Hausherren setzen Head Coach Bernd Wimmer und sein Assistant Coach Markus Pinezich, der ja einmal bei uns in Fürstenfeld engagiert war, auf Urgestein Enis Murati, den bei uns auch wohlbekannten Adrian Mitchell, Alex Wesby, den Ex-Panther Toni Blazan und den Ex-UBSCler Povidas Gaidys.
 Der Beginn dieses Sonntagsspiels verläuft äußerst schleppend. Sowohl unsere Panthers als auch die Gmundner Gastgeber können ihre ersten Angriffe nicht erfolgreich abschließen, was sich schnell ändern wird, vor allem für eine Mannschaft. Und diese Mannschaft ist leider nicht die unsrige, sie ist jene, die in den nächsten beiden Minuten gehörig unter die Räder kommen wird, von den Schwänen quasi  gerupft wird. Angefangen mit einem sehenswerten erfolgreichen Distanzwurf von Adrian Mitchell  erzielen die Mannen von Coach Bernd Wimmer 8 Punkte in Serie, was unsere Mannen nun gehörig aus der Wäsche schauen läßt. Erst jetzt, nach knapp 2 Minuten Spielzeit, erlöst uns Marko vorerst und erzielt das 2:8 aus unserer Sicht. Wirklich beruhigend wirkt das auf unser Team aber nicht gerade, zu stark sind die Traunviertler. Sie ziehen in ihrer Heimhalle weiterhin fast nach Belieben ihre Kreise, diktieren das Geschehen auf dem Spielfeld, bis auf einige wenige Ausnahmen. Je länger dieses Startviertel dauert, desto größer wird ihr Vorsprung auf unsere Fünf. Sie stemmt sich ja  doch ordentlich dagegen, gibt ihr Bestes, aber egal, was sie tut, der gegenüberliegende Mann im Swans-Dress ist um mehr als einen Deut besser als der Mann im Panthers-Dress. So beenden die Traunseestädter dann auch mit einem mehr als imposanten 25:12 das erste Viertel, in dem auf unserer Seite auch Stefan Neudecker, Jakob Ernst, Paul Radakovics und Roland Reinelt zum Einsatz gekommen sind. Die erste Viertelpause kommt unseren Jungs jetzt mehr als gelegen, um endlich wirklich in Schwung zu kommen.
Die Viertelpause scheint unseren Burschen ganz gut getan zu haben, jedenfalls wirken wir ein wenig erholt. Wir machen in den ersten beiden Minuten dieses zweiten Spielabschnitts zwar keine weiteren Punkte, bekommen tun wir aber auch keine. Aber leider ist es dann wie im Startviertel wieder ein Hausherr, der für die ersten Punkte in der aktuellen Spielperiode sorgt. Diesmal ist es Altmeister Tilo Klette, der mit einem Sprungwurf das 27:12 für sein Team herstellt. Christopher Reyes kann das nicht auf sich sitzen lassen, auch er macht es per Sprungwurf, das 14:27 aus unserer Sicht ist perfekt. Die Swans aber, die lassen sich davon aber nicht aus ihrem Konzept bringen, blitzschell sind sie wieder auf Schiene,  was unsere Panthers trotz größter Mühe nicht verhindern können. Nicht einmal 4 Minuten nach Wiederbeginn prangt eine 31:14-Führung für die Oberösterreicher von der Anzeigentafel, 17 Punkte Differenz sind das. Doch wer glaubt, daß das unsere Mannen jetzt in die Knie zwingt, der irrt gewaltig.  Jungspund Roland Reinelt nimmt sich nun ein Herz, versenkt das runde Spielgerät zum 16:31 im Korb und löst damit eine orange Kettenreaktion aus. Denn in den nächsten Minuten scort nur unser Team, uns freuts, die Schwäne und ihre Fans wiederum natürlich nicht. Ex-Panther Toni Blazan kann unseren 9:0-Run mit einem lupenreinen Dreipunkter stoppen, aber zumindest nur vorerst. Denn nun sind wir aufgewacht, liefern den Gastgebern einen Kampf auf Biegen und Brechen, 43 Sekunden vor Ende dieses Viertels sind wir fast am Ziel, bis auf  30:34 sind wir an die gegnerische Mannschaft nun herangekommen.  Aber irgendwie macht uns das zu zufrieden, wir vergessen darauf, daß es doch noch einige Sekunden bis zur Halbzeitpause geht. Und das nutzen Adrian Mitchell & Co. schamlos aus, machen sich unsere Unkonzentriertheit zunutze und setzen bis zum Gong 5 Punkte drauf, während unser Team punktelos bleibt.  So müssen wir dann doch mit einem 30:39-Rückstand den kurzen  Gang in die Kabine antreten, wo wie auch in der Heimkabine der Trainer das Sagen hat. Und dann kann es schon mit der zweiten Halbzeit weitergehen, in der sich das Spiel doch noch drehen kann.
Der 3. Spielabschnitt beginnt so wie die beiden ersten. Wieder sind es die wimmerschen Schwäne, die den ersten Score fabrizieren, Enis Murati per Sprungwurf ist diesmal der Übeltäter. Doch nun können wir schneller kontern, Wesley Gordon kann den alten Punkterückstand wiederherstellen. Die Traunseer aber sind an diesem Nachmittag um dieses Alzerl frischer, sowohl im Kopf als auch in den Beinen. Immer wenn sich unser Team sich anschickt, näher heranzukommen, gibt es wieder einen Nadelstich von Tilo Klette, Enis Murati, Adrian Mitchell oder von wem auch immer. Dann ziehen sie wieder um einige Punkte davon, was die Moral auf unserer Seite dann doch schwinden läßt. Zur Mitte dieses Viertels beträgt unser Rückstand 10 Punkte, was uns ein bißchen Hoffnung gibt. Aber angetrieben von ihren Fans, von ihren enthusiastischen Fans, legen die Hausherren nun wieder zumindest einen Gang zu und nicht einmal 2 Minuten vor Ende dieser Spielperiode liegt das Heimteam unfaßbare 15 Punkte voran, es ist fast zum Verzweifeln. Bis zum Gong können wir leider nur 3 Punkte aufholen, was bedeutet, daß wir mit einem 49:62-Nachteil in die letzte Viertelpause gehen. Jetzt heißt es Kräfte und Konzentration sammeln, um noch das Unmögliche möglich zu machen.
 Der letzte Spielabschnitt beginnt – mit einem Korb der Hausherren. Enis Murati performt diesen per Sprungwurf und schon steht es 62:49 für seine Mannschaft. Wenige Sekunden später netzt Adrian Mitchell, der am Traunsee eine unglaubliche Entwicklung gemacht hat, und schon als Mannschaftsstütze bezeichnet werden kann, seelenruhig von außen ein und wir sind 49:65 zurück. Obwohl  ja noch fast ein ganzes Viertel zu spielen ist, hat man das Gefühl, daß es das schon gewesen ist. Die einen, nämlich die Gastgeber, wollen nicht mehr, beschränken sich nur mehr aufs Verwalten, und die anderen, nämlich unsere Mannen,  können irgendwie nicht mehr, obwohl sie alles tun, was in ihrer Macht steht. So artet diese Begegnung zu einem Traininsspiel, zu einer Kür nach der Pflicht, aus.  Ohne viele Höhepunkte geht es nun dahin, man wartet auf das Ende, das für die Traunviertler positiv, für uns aber negativ sein wird. Ungefähr 40 Sekunden vor Schluß haben sowohl Stefan Neudecker als auch Paul Radakovics in der Defense den gleichen Gedanken. Beide wollen einen Ball sichern, aber unglücklicherweise stoßen sie mit ihren Köpfen zusammen. Während Stefan Neudecker diese Aktion unbeschadet übersteht, bleibt Paul Radakovics liegen. Ihn hat es schwer im Gesicht erwischt, aber gottseidank ist der Teamarzt der Gastgeber dankenswerterweise sofort zur Stelle und kümmert sich um den Unglücksraben.  Die benachrichtigte Rettung, also das Rote Kreuz, ist nach einer gefühlten Ewigkeit denn auch zur Stelle und liefert den sympathischen Burgenländer nach Behandlung ins LKH Vöcklabruck ein. Währenddessen wurde die Partie für zu Ende erklärt, die Spieluhr wurde in Kraft gesetzt und bis zum Ende heruntergelassen. Bei einem Spielstand von 86:72 für die Gmundner Schwäne endet das Spiel, aber angesichts des Geschehens herrscht in der Volksbank Arena nur Schockstarre.
Das Wichtigste nach dieser Begegnung am Traunsee ist, daß es Paul Radakovics wieder halbwegs gut geht.  Das CT im LKH Vöcklabruck brachte kein Ergebnis, sodaß er, natürlich mit einiger Verspätung, die Heimreise antreten kann. Bei unseren nächsten Partien ist er dann hoffentlich wieder an Bord.
An diesem Wochenende hat die ganze Liga spielfrei, unser Nationalteam ist nämlich im Rahmen der Qualifikation für die WM 2019 in der Volksrepublik China am 24.11 auswärts gegen Serbien und am 27.11. zu Hause gegen Deutschland im Einsatz. Unsere Panthers wiederum gastieren am 01.12 im Rahmen des Cups bei den Blackbirds Jennersdorf in Güssing, am 03.12. gibt es das nächste Meisterschaftsspiel in Traiskirchen und am 08.12. das Heimderby gegen die Kapfenberg Bulls.
Zum Abschluß folgt auch heute wieder der Link zum Spiel:
Klaus Vollstuber

Scorer Panthers: Ochsenhofer 15, Gordon 13, Radakovics 12, Reyes 8, Ernst 7, Car 7, Gaspar 6, Neudecker 2, Reinelt 2 bzw. Blazan 26, Murati 25, Klette 12