Gordon gegen Graz

Bravouröse Panthers gewinnen dank fulminanter erster Halbzeit auch das Steirer-Derby gegen UBSC Graz

Nach dem doch überraschenden Derbysieg gegen die Kapfenberg Bulls am Marienfeiertag stand am Sonntag für unsere orangen Burschen schon wieder eines auf dem Spielplan. Diesmal waren die Landeshauptstädter, also UBSC Graz, zu Gast. Vor allem in der ersten Halbzeit spielte unsere Mannschaft hervorragenden Basketball, in der zweiten Halbzeit konzentrierte man sich eher aufs Verwalten. Somit gingen wir schlußendlich mit einem durchaus guten 81:64 neuerlich als Derbysieger vom Parkett.
Zu Beginn des 2. Steirer-Derbys innerhalb von 48 Stunden in unserer Stadthalle schenken Head Coach Goran Patekar und sein Assistant Coach Adnan Bajramovic, der in der Vergangenheit ja auch einmal bei UBSC Graz engagiert war, Jakob Ernst, Kapitän Marko Car, Hannes Ochsenhofer, dem gottseidank doch fitten Christopher Reyes und Wesley Gordon ihr Vertrauen. Auf Seiten der Schloßbergstädter schickt Head Coach Markus Galle Darien Nelson-Henry, Matthieu Gamberoni, Anton Maresch, David Heuberger und Ex-Panther Fabian Richter ins heiße Derbyrennen.
Der Start in diese Begegnung am Sonntagnachmittag ist ein wenig verhalten, speziell auf Seiten unserer Panthers. Es ist nämlich nicht unser Team, das als Erstes scort, die Gäste aus Graz sind es, die das tun. Matthieu Gamberoni erzielt die ersten beiden Punkte, und zwar via Sprungwurf. Erst nach knapp einer Minute gelangen die ersten Panthers-Punkte auf der Anzeigentafel, Wesley Gordon erzielt mit diesen den Ausgleich zum 2:2. In dieser Tonart geht es nun vorerst weiter, hüben wie drüben wird gepunktet. Gut 2 Minuten nach Spielbeginn darf Jakob Ernst nach einem Foul an ihm für 2 Freiwürfe an die Linie. Er bleibt cool, konzentriert sich und flutscht beide zum 7:4 in den Korb. Anton Maresch auf der Gegenseite steuert nun 2 Punkte per Lay up bei, 6:7 aus Sicht seines Teams steht es jetzt. Diese Aktion muß aber trotzdem etwas bewirkt haben, denn nun ändert sich auf dem Parkett alles. Unsere Panthers übernehmen nun das Kommando auf dem Parkett, einem Wirbelsturm gleich bewegen sie sich über das Spielfeld. Die Landeshauptstädter sind nun völlig überfordert, sind wie versteinert. Unsere Burschen erzielen mit einer Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht, Punkt um Punkt, und hinten, ja hinten lassen sie nichts, aber auch gar nichts zu. Sage und schreibe 20 Punkte am Stück knallen wir jetzt auf das Parkett unserer Spielstätte, was für eine Machtdemonstration. Matthieu Gamberoni, hat etwas mehr als 1 Minute vor Ende dieses Startviertels genug, er stoppt diesen irren orangen Lauf mit 2 Punkten. Nach jeweils einem Korb für jede Mannschaft endet dieses erste Viertel, in dem auf unserer Seite auch Paul Radakovics und Stefan Neudecker zum Einsatz gekommen sind. Ein 29:10 zu Beginn der ersten Viertelpause ist aller Ehren wert, nun gilt es aber  im weiteren Spielverlauf die Konzentration zu bewahren.
Zu Beginn des 2. Viertels konzentriert sich Darien Nelson-Henry am allerbesten, er erhöht das Grazer Punktekonto um 2. Doch Paul Radakovics ist sofort zur Stelle, er bringt sich außerhalb des großen Wurfkreises in Position und wir haben 3 Punkte mehr. Unsere Burschen bleiben zwar weiterhin am Drücker, aber die Murstädter lassen sich nicht mehr so leicht abschütteln wie noch im Startviertel. Unser Vorsprung bleibt zwar imposant, aber er wächst nicht mehr ins Unermeßliche. Markus Galle tut jetzt nämlich alles, um sein Team zu pushen, aufzubauen, ihm Mut zu machen, und er hat damit durchaus Erfolg. Langsam, aber sicher, finden sie besser ins Spiel, machen dein einen oder anderen Punkt mehr als unser Team, und etwas mehr als 3 Minuten vor der Halbzeitpause beträgt der Abstand nur mehr 16 Punkte. Marko Car wäre nicht Marko Car und auch nicht unser Kapitän, würde er diesem Treiben länger zusehen. Er packt nun einen seiner legendären Dreier aus und bringt uns wieder zurück in die Spur. Bis zum Ende dieses 2. Viertels, in dem auf unserer Seite Roland Reinelt und Luka Gaspar reingekommen sind, können wir uns wieder um einige Zähler von den Murstädtern absetzen. Mit einem 51:28 geht es nun in die Kabinen, wo die Spieler sich nun ausruhen können und die Trainer das Sagen haben.
Die Halbzeitpause scheint unseren Burschen gutgetan zu haben, denn der erste Score in der 2. Halbzeit ist eine Sache für uns. Christopher Reyes hat sein Visier weiterhin gut eingestellt, er netzt ein zum 53:28. Das Visier seiner Mitspieler verliert immer mehr an Klarheit, die Konzentration läßt nach, der Schlendrian wird ein lästiger Begleiter auf dem Parkett. Die UBSCler wiederum haben nun eigentlich keine Chance mehr, aber genau die wollen sie jetzt nutzen. Aus diesem Grund stellen sie nun ihre Verteidigung um. Das ist für unsere Panthers eine harte Nuß, die sie nicht so leicht knacken können. Entweder schaffen sie es nicht, innerhalb der 24 Sekunden den Ball Richtung Korb zu werfen oder sie zerschellen an der Grazer Mauer. Aber anderseits ist unsere Defense auch weiterhin ganz okay, sodaß sich unser Vorsprung auch weiterhin bei um die 20 einpendelt. In den letzten Sekunden dieses Spielabschnitt können die Leonhardibasketballer dann doch einige Punkte gut machen. Fabian Richter, letzter Mohikaner der Expanther in Graz, netzt 2 Freiwürfe zum 49:65 aus der Sicht seines Teams ein. Nach der letzten Viertelpause kann es dann auf ins letzte Gefecht, auf ins letzte Viertel, gehen.
 Im letzten Spielabschnitt dauert es 50 Sekunden, ehe es zum ersten Score kommt.  Paul Radakovics ist der Wohltäter, er probiert es aus der Distanz und trifft zum 68:49. Nach einem Lay up von Matthieu Gamberoni, das 2 Punkte wert ist, sorgen Christopher Reyes  und Hannes Ochsenhofer für 5 Punkte am Stück, was uns wieder Luft verschafft. Die Gäste haben dem im Moment nichts entgegenzusetzen, was uns weitere Punkte ermöglicht. Diese machen wir in Person von Wesley Gordon an der Freiwurflinie, und zwar deren zwei. Nun liegen wir mit 74:51 voran, etwas mehr als 7 Minuten sind jetzt noch zu spielen. Dies ist nun die Entscheidung in diesem Spiel, in diesem Steirerderby. Die restliche Spielzeit ist nur mehr ein Austraben, ein besseres Trainingsspiel. Hier beweisen die Grazer, daß sie gar nicht mal so schlecht sind. Bis zum Schlußakkord gelingen ihnen immerhin noch 13 Punkte, während wir nur mehr 7 Zähler schaffen.  Aber nichtsdestotrotz können wir als souveräner 81:64-Derby-Sieger das Parkett verlassen, natürlich  gefeiert von unseren Fans und zufrieden mit dem zweiten Derbysieg innerhalb kurzer Zeit.
 So phantastisch die erste Halbzeit auch war, so bescheiden war die zweite, das muß man ansprechen. Natürlich ist es gar nicht so einfach, bei so einem großen Vorsprung am Ball zu bleiben, und nicht den Schlendrian den Schlendrian einholen zu lassen. Gegen UBSC Graz ist es ja noch einmal gutgegangen, ein anderes Team verzeiht sowas nicht. Jedenfalls sollte in der nächsten Zeit im Training daran gearbeitet werden, und gewonnen haben wir ja dann doch.
Unseren nächsten Einsatz hat unsere Mannschaft am nächsten Montag  um 19:00 auswärts bei den Klosterneuburg Dukes, Sky überträgt live. Das nächste Heimspiel haben wir dann am Stefanitag um 17:00 gegen den BC Vienna.
Zum Abschluß gibt es auch heute wieder den Link zum Spiel:
Klaus Vollstuber

Scorer: Car 15, Reyes 15, Gordon 15 (16 Reb.), Ochsenhofer 13, Radakovics 11, Ernst 10, Reinelt 2 bzw. Maresch 17, Nelson 14, Gamberoni 10