Ochsenhofer in wels 2

Aufopferungsvoll kämpfende Panthers bleiben in der Hochsteiermark unbelohnt

Am Montag stand für unsere Panthers eine Reise in das hochsteirische Mürztal auf dem Spielplan. Nach dem verpatzten Heimauftakt Mitte letzter Woche gegen die Lions aus Traiskirchen wollten unsere Burschen gestern beim Steirerderby bei den Kapfenberg Bulls Zählbares mitnehmen. Trotz einer aufopferungsvollen kämpferischen und ziemlich guten spielerischen Leistung gelang dies nicht, der Tripleholder konnte sich mit 80:70 dann doch durchsetzen.
Head Coach Goran Patekar und sein Assistant Coach Adnan Bajramovic, der in der letzten Saison noch beim Gegner engagiert war, geben zu Beginn dieses Klassikers  Luka Gaspar, Kapitän Marko Car, Hannes Ochsenhofer, Christopher Reyes und Wesley Gordon ihr Vertrauen. Auf Seiten der Böhlerstädter schicken Head Coach Michael Schrittwieser und sein Assistant Coach Tatiana Gallova Kareem Jamar, Bogic Vujosevic, Ex-Panther Milan Stegnjaic, Trainersohn Tobias Schrittwieser und Jozo Rados auf das Parkett der Sporthalle Walfersam.
Der erste Angriff an diesem Abend, der gehört unseren Panthers.  Luka Gaspar kann den Ball leidergottes nicht im Korb unterbringen, doch Wesley Gordon holt sich den Offensivrebound. Er kann sogar noch einen Wurf anbringen, doch auch der findet nicht ins Ziel. Jozo Rados auf Seiten der Hausherren macht es da deutlich besser. Zuerst holt er sich hinten einen Rebound und vorne netzt er ein zum 2:0 für sein Team. Wesley Gordon bleibt jetzt gottseidank cool, er kann den Ausgleich herstellen, so geht es noch einmal, bis zum 4:4. Jetzt aber, jetzt gehts los, aber wie. Wer jetzt aber denkt, daß es die Bullen sind, die nun aufgeigen, der irrt, und zwar gewaltig. Korb um Korb geht in den nächsten Minuten auf das Konto unserer Panthers, es ist kaum zu glauben. Mit Herz und Leidenschaft wird der Abstand zu den Obersteirern, eigentlich derzeit das Maß aller Dinge im heimischen Basketball, größer und größer. Ein ausgeglichenes 4:4 verwandeln wir in ein 17:4, und das in der Heimstätte der Schrittwieser-Fünf. Man staunt im Moment Bauklötze, das kann man sich gar nicht vorstellen. Drei Minuten sind jetzt noch im Startviertel zu spielen, unsere Buben sollten schauen, diesen Lauf nun beizubehalten, so gut es geht, um mit einem bequemen Vorsprung in die erste Pause zu gehen. Doch da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht, die Gastgeber legen nun mindestens 2 Gänge zu, überrollen unser Team, das in dem Moment selbst erfühlen muß, überrollt zu werden. Stefan Neudecker, der neu ins Spiel gekommen ist, ist es zu verdanken, daß wir mit einer knappen 17:15 in die erste Viertelpause gehen können. Für Spannung ist also weiterhin gesorgt.
Das zweite Viertel dieses Steirerderbys gelingt unseren Panthers ganz gut, Christopher Reyes kann unsere Führung mit Hilfe eines gelungenen Sprungwurfs auf 19:15 auszubauen. Doch Brian Oliver kann es auch von außen, von außerhalb des großen Kreises trifft er zum 18:19 aus Sicht seines Teams. In den nächsten Minuten ist es ziemlich packend, beide Teams schenken sich jetzt gar nichts, aber die Führung, die bleibt bei uns, ein Ausgleich bleibt das höchste der Gefühle für die Mannschaft vom Karl-Heinrich-Waggerl-Weg. Ganz im Gegenteil, können wieder ein wenig davonziehen, knappe 4 Minuten nach Wiederbeginn liegen wir mit 29:22 voran. Jozo Rados ist es aber, der diesem orangen Treiben ein Ende setzt und für sein Team auf 24:29 verkürzt. Unsere Panthers aber, die bleiben weiterhin im Geschäft. Es ist eine wahre Freude, diesen Mannen auf dem Parkett zuzuschauen, sie spielen nach wie vor fast wie aus einem Guß, wenn auch die Böhlerstädter sich nicht mehr so leicht abhängen lassen wie über weite Teile des Startviertels. 6 Sekunden vor der Halbzeitpause prangt ein pantherliches 39:34 von der Anzeigentafel. Doch Bogic Vujosevic kann jetzt den Schaden für seine Kollegen und sich selbst noch begrenzen, mit einem orangen 39:36 geht es in die Kabinen, wo jetzt die Coaches das Wort haben. Es schaut gar nicht so schlecht aus für unsere Burschen, es heißt draufbleiben.
Die zweite Halbzeit beginnt mit einer ziemlich kalten Dusche für Orange. Anstatt selbst den Ball zu haben, dürfen die Bulls aus Kapfenberg für 2 Freiwürfe an die Linie. Grund dafür soll angeblich ein Technisches, dann sogar ein Disqualifizierendes Foul gegen unsere Bank in Person unseres Präsidenten Karl Sommer sein, nichts Genaues weiß man nicht. Bogic Vujosevic jedenfalls netzt beide Freiwürfe ein, dann kann und dann setzt Kareem Jamar noch einen drauf und bringt seine Mannen sogar mit 40:39 in Front. Unsere Burschen sind nun komplett außer Tritt, was die Hausherren natürlich ausnutzen. Korb um Korb können sie sich absetzen, nur vereinzelt können wir Nadelstiche setzen und Rückstände verkürzen.  Gute 7 Minuten nach Wiederbeginn liegen wir mit 10 Punkten zurück, ein 44:54 aus unserer Sicht ist vom Scorboard abzulesen. In den letzten 3 Minuten bis zum Ende dieses vorletzten Viertels finden wir wieder besser ins Spiel, werden also trittfester, unser Rückstand auf des Gegners Team wird aber nicht wirklich kleiner. Mit einem 49:58 begehen wir die letzte Viertelpause, holen uns dort neue Kräfte, um doch noch den Auswärtsderbysieg einzufahren.
Drew Koka scheint das mit dem Kräfteholen sehr gut gelungen zu sein. Er kann den Ball im Korb unterbringen und uns damit auf 51:58 an das Heimteam heranbringen. So keimt wieder etwas Hoffnung bei uns auf, doch Youngster Lukas Hahn macht diese durch einen lupenreinen Wurf aus der Ferne für 3 Punkte vorerst zunichte. Da ein Hahn aber gerne nicht nur einmal kräht, versenkt der Kerl gleich noch einen Dreipunkter zum großen Glück. Gottseidank haben wir auch so einen Typen auf unserer Seite, der gerne aus der Ferne trifft, auch wenn er nicht mehr der Jüngste ist, unser Hannes Ochsenhofer. Nun sind wir 10 Punkte hinten, gute 9 Minuten sind noch zu spielen an der Mürz. Unsere Burschen lassen die Köpfe jetzt aber nicht runter und hauen nun alles in die Waagschale. Es entwickelt sich nun ein offener Schlagabtausch, ein Kampf auf Biegen und Brechen. Doch der Abstand zwischen beiden Mannschaften wird nicht kleiner, die Sekunden zerrinnen, und plötzlich ist sie da, die Schlußsirene. Das Derby ist zu Ende, es geht mit 80:70 an die Bulls aus Kapfenberg. Trotz einer sehr guten Leistung hat es für uns an diesem Abend leider nicht gereicht, ohne Punkte müssen wir leider die Heimreise antreten.
Wir haben zwar am Montagabend das Derby bei den Kapfenberg Bulls verloren, aber wir haben doch etwas gewonnen. Und zwar haben wir die Erkenntnis gewonnen, daß wir in dieser Saison noch einiges an Freude mit diesem Team haben werden, auch wenn unsere Burschen viel Arbeit dafür zu erledigen haben. Unser Trainerteam wird schon dafür sorgen.
Unser nächstes Spiel ist wieder ein Derby und dieses steigt am Sonntag. An diesem Tag gastieren wir nämlich mit Spielbeginn um 18:00 bei UBSC Graz, hoffentlich wieder vor vielen mitgereisten Panthers-Fans, die vorher untenstehenden Link genossen haben.
Klaus Vollstuber

Scorer Panthers: Gordon 21 (12 Reb.), Ochsenhofer 11, Car 9, Reyes 9, Radakovics 8, Koka 7, Neudecker  5